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#Liebegewinnt

Segensandacht für die Liebe

Im März hatte die Glaubenskongregation erklärt, dass die katholische Kirche keine Segnungen von homosexuellen Partnerschaften vornehmen kann. Eine eindeutige Stellungnahme, die sich viele lange gewünscht haben – aber in eine ganz andere Richtung.

Als Reaktion darauf gab es verschiedene Proteste: Es wurden Regenbogenflaggen an Kirchen gehisst, Statements veröffentlicht, demonstriert und auch Gottesdienste und Andachten abgehalten, um die Liebe in allen Facetten zu feiern.

Auch der KjG-DV Köln hat zusammen mit der DPSG Köln, dem BKDJ-DV Köln und dem anyway, dem queeren Jugendzentrum in Köln, am 10. Mai eine Segensandacht unter dem Motto #Liebegewinnt gefeiert. Die Andacht wurde aus dem anyway gestreamt und von verschiedenen Teilnehmenden per Videoschalte, live oder als Aufzeichnung ergänzt.


»Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, doch am größten unter ihnen ist die Liebe.«

Nach einer Begrüßung und der Erklärung, warum diese Andacht gefeiert wird, gab es ein Eröffnungsgebet. Es folgte die Lesung aus dem Korintherbrief 13, einer der beliebtesten Lesungstexte bei kirchlichen Hochzeiten. Unser geistlicher Leiter Philipp und Nadja aus dem anyway machten ihren Standpunkt klar: „Jugendliche müssen auf ihrem Weg zu sich selbst unterstützt werden!“

Besonders emotional war der Moment, als fünf Menschen davon erzählten, wie sie Liebe in ihrem Leben erleben. Persönliche Texte mit Erfahrungen über Polyamorie, homosexuelle Partnerschaften und über starre Beziehungsstrukturen machten diese Andacht sehr bewegend.

In einer kurzen Zeit der Besinnung konnten alle Teilnehmer*innen auf Menti, einer Textplattform, anonym eintragen, was sie mit Liebe verbinden.

Dabei lief Die Liebe gewinnt von Brings in der Rainbow-Edition. Die Ergebnisse wurden zusammen angeschaut.

Mit einem gemeinsam gebeteten Vater Unser und einem Schlusssegen wurde die Andacht beendet.

— Judith Oehl

 



Wie erlebe ich Liebe?

Ich war nicht unglücklich als Single. Ich habe Liebe von meiner Familie und meinen Freund*innen erfahren. Mir fehlte nichts.

Aber mit meiner Freundin erlebe ich eine andere Art von Liebe, eine, die sich nicht vergleichen lässt. Ich fühle mich, als könnte und als dürfte ich ICH sein, genauso, wie ich nun einmal bin. Gleichzeitig gibt es da ein WIR, das mir Halt gibt. Geborgenheit.

Wir wollen uns nicht verändern, sondern unterstützen uns bei allem, was wir tun.

Sie schenkt mir andere Blickwinkel auf manche Dinge, die sehr wertvoll für mich sind. Sie verurteilt nicht.

Ihre Liebe, unsere Liebe, macht aus mir keinen besseren Menschen, sie löst wenige meiner Probleme einfach so und sie macht mich auch nicht komplett, denn das bin ich auch ohne Partner*in.

Aber sie ergänzt mich auf eine Art, die mich schlicht mit Glück erfüllt.

Ich fühle mich dabei von Gott* nicht weniger geliebt, nicht verurteilt. Verurteilt fühle ich mich von Menschen, denen es nicht passt, dass wir das gleiche Geschlecht haben, die nicht wollen, dass wir in der Öffentlichkeit Händchen halten, die uns keine Wohnung vermieten möchten, die uns eine Segnung verweigern.

Aber ich weiß ganz sicher: Meine Freundin und unsere Liebe sind ein Segen und das spüre ich in jedem Moment, den wir miteinander verbringen.

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