SchwerpunktVorgestellt

Was Dich nicht umbringt, macht Dich stärker!?

»Du bist so widerlich!« »Ehrenloses Stück!« »Wie hässlich kann man sein!« »Du gehörst nicht dazu!« »Du bist so schwach!« »Geh Dich umbringen!«


Cyber-Mobbing, Erpressungen, sexuelle Übergriffe, Gaslighting, Läster-Attacken, Drohungen, Psychoterror und Demütigungen – Mobbing hat viele Gesichter.

»Stell Dich nicht so an – ist doch nur Spaß!« Nein! Mobbing ist mehr als ein bisschen ärgern. Es gibt keine einheitliche Definition für Mobbing. Die Fachwelt ist sich aber einig: Einzelpersonen werden wiederkehrend schikaniert, drangsaliert und vorgeführt. Ausgrenzung spielt in der Regel auch eine Rolle. Insgesamt handelt es sich in erster Linie um psychische Gewalt, die in gravierenden Fällen auch in physische Gewalt umschlagen kann.

Vielleicht hast Du selbst schon Mobbing er­lebt oder auch schon einmal eine*n Teilnehmer*in, eine*n Freund*in, ein Geschwisterkind oder jemand Fremdes getröstet, weil er*sie Ausgrenzung oder Mobbing erfahren hat.

Was bedeutet Mobbing für betroffene Kinder und Jugendliche? Und wie können wir Mobbing und den damit verbundenen Konsequenzen entgegenwirken?


»In Situationen des sozialen Ausge­schlossenseins [werden] dieselben schmerzverarbeitenden Areale im Gehirn angesprochen […], die auch aktiv werden, wenn man in einen Nagel tritt und Schmerz erlebt.« – Katja Bigalke, (deutschlandfunk, 2016)

Wir kennen Ausgrenzung und Mobbing aus unserem KjG-Alltag mit Kindern und Jugendlichen – in ihrer Peer-Group, die oft aus Gleichaltrigen besteht. Dabei begegnen uns solche Situationen nicht nur im real life, sondern immer häufiger auch in den sozialen Netzwerken wie Messengern oder Foto-/Video-Apps. Beim Cyber-Mobbing verlagern sich die Gewalthandlungen ins Internet, wo Täter*innen oft anonym bleiben und Medien schnell verbreitet werden können.

Wenn dieser Schmerz über einen längeren Zeitraum anhält, kann er sich stark und nachhaltig auf die Psyche von Kindern und Jugendlichen auswirken. Einer unserer Pfeiler in der KjG-Arbeit wird am häufigsten genannt, um Mobbing und Ausgrenzung entgegenzuwirken: Kinder stark machen! Wenn die Sozialkompetenzen von Kindern und Jugendlichen gestärkt werden, sinkt sowohl die Gefahr Täter*in wie auch Betroffene*r zu werden. In unseren KjG-Angeboten setzen wir oft genau hier an – und es lohnt sich. Hört Kinder und Jugendlichen zu und nehmt sie ernst! Wir setzen in unserem KjG-Alltag häufig präventiv an, indem wir das Selbstbewusstsein unserer Teilnehmer*innen stärken und ihnen zeigen, wie wir gegenseitig auf­einander achtgeben können.

— Ina Neumann

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