SchwerpunktVorgestellt

Setz! Deine! Grenzen!

Warum Grenzen nicht schwarz-weiß sind und wie Du Deine Grenzen setzten kannst.


Grenzenlose Weite, unbegrenzte Möglichkeiten, uneingeschränkte Freiheit. Wenn ich die Worte aus­spreche, empfinde ich eine Reihe positiver Gefühle wie Glück, Zufriedenheit, Hoffnung. Bei den Worten Barrieren, Schranken und Grenzen spüre ich Gefühle der Enge, Unzufriedenheit, Widerstand. Doch ist es wirklich immer so schwarz-weiß?


Grenzen fördern Entwicklung. Erziehung hat viel mit Grenzsetzung zu tun. Dabei dienen die Grenzen nicht dazu, Kinder einzuschränken, sondern im Gegenteil. Grenzen ermöglichen es, sich altersgemäß entfalten zu können. So gibt es Altersgrenzen für Filme, damit Kindern z.B. keine Albträume bekommen. Wie oft hat jede*r von uns schon mal Grenzen getestet und sie vielleicht auch geweitet? Grenzen ermöglichen es auch, sich weiterzuentwickeln, über das hinauszuwachsen, was man schon kennt. Und sie spornen uns an, zu testen, wie weit wir gehen können. Im Guinness-Buch der Rekorde kann man nachlesen, welche Grenzen es in den Fähigkeiten der Menschen zu geben scheint und wie oft sie dann doch gesprengt werden.

Grenzen vereinfachen und verkomplizieren. Grenzen ermöglichen es uns, nicht immer alles zu bedenken. Sie geben Halt und Orientierung, wenn man unsicher ist. Dazu vereinfacht es Entscheidungen, wenn die Auswahl begrenzt ist. Manche sagen auch, Grenzen lehren uns, Freiheiten richtig wertzuschätzen. Gleichzeitig erschweren sie Gemeinschaft und Gleichberechtigung. Immer dann, wenn Menschen ausgeschlossen werden, weil sie sich nicht in die begrenzten Normen und Richtlinien einfügen können oder wollen, sind Grenzen hinderlich und stellen überflüssige Barrieren dar.

Grenzen bieten Schutz. Unser Körper signalisiert uns mit Unwohlsein und Schmerzen, wenn wir seine Grenzen missachten. So schützt er uns davor, die eigenen körperlichen Grenzen dauerhaft zu überschreiten. Unsere Psyche zeigt uns ihre Grenzen sehr unterschiedlich: durch Gefühle, Gedanken und Körperreaktionen. Um diese eigenen Grenzen zu erkennen, benötigt es Achtsamkeit. Das bedeutet: In sich hineinspüren, wie sich eine Situation anfühlt, was im Körper für Reaktionen hervorgerufen werden, welche Gedanken vorbeiziehen. So wird es auch möglich, kleine Grenzverletzungen durch mich selbst und auch durch andere zu erkennen.

Die Grenze zwischen Schwarz und Weiß ist Grau. Ich denke die Farbe grau passt gut zum Wort Grenzen. Und grau ist zeitlos und nie aus der Mode! So auch Grenzensetzen und für sich selbst einstehen!

— Sarah Bonk

Mehr in:Schwerpunkt

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Skip to content